Kampf der Titanen – Liszt und Beethoven im 4. Philharmonischen Konzert der Dresdner Philharmonie

Jan. 26, 2009

Sa 31.01./ So 01.02.2009, 19.30 Uhr / Festsaal des Kulturpalastes am Altmarkt

Der Anfang muss zünden. Er muss sich ins Gedächtnis graben, und man darf ihn lange nicht mehr los werden, ein echter Ohrwurm eben. Die ersten Takte von Liszts ersten Klavierkonzert und der Beginn von Beethovens „Eroica“ sind solche einprägsamen Gestalten, die sofort ihren Platz im Gedächtnis besetzen, eingängig und populär, und bei alledem doch keine „Volksmusik“, sondern ausgeklügelte Kunstgebilde. Wie oft wurden die Eingangstakte nicht zitiert – als Signal, als Erkennungsmelodie, als Parodie und als Persiflage. Sie machen in wenigen Sekunden klar: Hier sind Titanen am Werk! Im 4. Philharmonischen Konzert der Dresdner Philharmonie stehen beide Werke – neben Brahms „Haydn-Variationen“ – auf dem Programm. Mit dem Pianisten Alexej Volodin unter der Leitung von Chefdirigent Rafael Frühbeck de Burgos.

Franz Liszts 1. Klavierkonzert gehört zu den musikalischen Wegbereitern der Sinfonischen Dichtungen, der kultivierten Programm-Musik. Erste Entwürfe und Versionen reichen bis in die 1830er Jahre zurück, als Liszt, der junge, dynamische Künstler aus Ungarn, als blendender Virtuose in Paris Begeisterung weckte, zum Liebling der Salons und zum Helden der großen Konzertpodien avancierte. Mehrfach überarbeitete der Komponist das Werk, ehe er es, Jahre nach dem Rückzug aus seiner Virtuosenkarriere, 1855 in Weimar zum ersten Mal aufführte; er selbst spielte dabei den Solopart, Hector Berlioz dirigierte. Im Verlauf des langen Entwicklungsprozesses wertete Liszt die Rolle des Orchesters stetig auf und differenzierte dessen Ausdrucksformen. Dennoch blieb das Werk um seinen Protagonisten herum konzipiert, der mehr und mehr die Führung übernimmt auf dem Weg zu neuen musikalischen Gedanken und Horizonten.

Das Gegeneinander von Einzelgruppen und großem Ensemble charakterisiert auch Ludwig van Beethovens 3. Sinfonie. Deutlich wird dies schon ganz zu Anfang: Nach zwei eröffnenden Akkordschlägen führen die Celli, von zweiten Geigen und Bratschen hinterlegt, das erste Thema ein. Der Einsatz der ersten Violinen reagiert auf die Bässe, setzt erst rhythmische Gegenpulse, begibt sich dann in den melodischen Hauptstrom, der anschließend in die Holzbläser wechselt. In solchen „Dialogen“ äußert sich ein damals neues Prinzip der Orchesterbehandlung: die Individualisierung der Instrumente. Sie werden auch als einzelne gefordert, treten nicht nur als Funktionsträger des Ganzen in Erscheinung. Den Gegensatz von Einzelnem und „Gesellschaft“, typisch für das Solokonzert, trägt Beethoven im Orchester selbst als ideeller Menschengemeinschaft aus. Er reagiert damit auf die geistigen, ja auf die politischen Ideen seiner Zeit und verwandelt sie in musikalische Substanz.

Alexej Volodin, geboren 1977 in St. Petersburg, erhielt bereits im Alter von zehn Jahren Unterricht an der Gnessin Spezial-Musikschule in Moskau. Mit 17 Jahren setzte er seine Ausbildung am Moskauer Konservatorium fort. Die Liste seiner Auszeichnungen bei internationalen Wettbewerben ist lang. Dem 1. Preis beim Géza Anda Concours 2003 in Zürich verdankt er den internationalen Durchbruch. Er spielt regelmäßig Recitals in Russland, Spanien, Frankreich, Italien, Österreich, Deutschland und in der Schweiz. Er konzertierte bereits mit vielen namhaften Orchestern weltweit und trat u.a. bei den Festivals in La Roque d’Anthéron, Montpellier, Toulouse und Warschau auf.

Programm:

Johannes Brahms
Variationen über ein Thema von Haydn op. 56a

Franz Liszt
Konzert für Klavier und Orchester Nr. 1 Es-Dur

Ludwig van Beethoven
Sinfonie Nr. 3 Es-Dur op. 44 „Eroica“

Rafael Frühbeck de Burgos | Dirigent
Alexej Volodin | Klavier

Karten sind erhältlich in der Ticketcentrale im Kulturpalast am Altmarkt,
Mo bis Fr, 10 – 18 Uhr, Sa 10 – 13 Uhr,
www.dresdnerphilharmonie.de
ticket@dresdnerphilharmonie.de

Ansprechpartner:

Frau Barbara Temnow
Telefon: +49 (351) 4866-284
Fax: +49 (351) 4866-287
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Ticketcentrale im Kulturpalast am Altmarkt
Telefon: +49 (351) 4866-866
Fax: +49 (351) 4866-353
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Quelle (lifePR)

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