Contwig – Mehrere ältere Menschen sind am Montag, 12. Oktober 2026, in Contwig in Rheinland-Pfalz ins Visier mutmaßlicher Telefonbetrüger geraten. Die unbekannten Anrufer gaben sich als Polizeibeamte aus und versuchten, mit erfundenen Geschichten das Vertrauen ihrer Opfer zu gewinnen. Die Polizei warnt eindringlich vor dieser Betrugsmasche und erklärt, wie sich Betroffene schützen können.
Die Polizeiinspektion Zweibrücken berichtet von mehreren versuchten Betrugsanrufen, die sich am Montag im Bereich Contwig ereigneten. Dabei nutzten die bislang unbekannten Täter eine bekannte Vorgehensweise: Sie behaupteten am Telefon, Polizeibeamte zu sein, und täuschten eine angebliche polizeiliche Maßnahme vor.
Ihr Ziel war es offenbar, die Angerufenen zu verunsichern und an Informationen über deren Vermögensverhältnisse zu gelangen.
Betrüger geben sich als Polizeibeamte aus
Bei der Masche der sogenannten falschen Polizeibeamten versuchen Kriminelle, die Autorität der Polizei für ihre Zwecke auszunutzen.
Häufig berichten sie von angeblich festgenommenen Einbrechern oder behaupten, bei Verdächtigen seien Namenslisten möglicher Einbruchsopfer gefunden worden.
Den Angerufenen wird dadurch suggeriert, dass auch sie möglicherweise ins Visier von Kriminellen geraten seien.
Mit solchen erfundenen Geschichten versuchen die Täter, Angst und Unsicherheit auszulösen. Gleichzeitig stellen sie gezielte Fragen nach Bargeld, Schmuck und anderen Wertgegenständen.
Die Polizei weist darauf hin, dass diese Vorgehensweise darauf abzielt, das Vertrauen der Betroffenen zu gewinnen und sie zur Preisgabe sensibler Informationen zu bewegen.
Welche konkreten Geschichten die Betrüger bei den aktuellen Anrufen in Contwig verwendeten, geht aus der Polizeimeldung nicht hervor.
Besonders ältere Menschen im Visier
Die am Montag bekannt gewordenen Betrugsversuche richteten sich nach Polizeiangaben gegen ältere Menschen.
Die Täter setzen bei dieser Betrugsform häufig auf psychologischen Druck. Sie geben sich als vertrauenswürdige Amtspersonen aus und versuchen, durch eine vermeintliche Gefahrensituation schnelles Handeln zu erzwingen.
Dabei kann bereits die Frage nach vorhandenen Wertsachen ein Warnsignal sein.
Denn echte Polizeibeamte erkundigen sich nicht ohne Weiteres telefonisch nach Bargeldbeständen, Schmuck oder anderen Vermögenswerten, um diese angeblich vor Einbrechern zu schützen.
Polizei warnt: Niemals Bargeld oder Schmuck übergeben
Besonders wichtig ist ein Hinweis der Polizeiinspektion Zweibrücken:
Die echte Polizei fordert Bürgerinnen und Bürger nicht telefonisch dazu auf, Bargeld oder Schmuck zur vermeintlich sicheren Verwahrung herauszugeben.
Wer einen entsprechenden Anruf erhält, sollte das Gespräch sofort beenden.
Auch wenn der Anrufer behauptet, von der Kriminalpolizei zu sein oder an einer dringenden Ermittlung zu arbeiten, sollten keine Angaben zu persönlichen Vermögensverhältnissen gemacht werden.
Fünf wichtige Tipps gegen Telefonbetrug
Die Polizei gibt mehrere Empfehlungen, um sich vor falschen Polizeibeamten zu schützen.
1. Keine Angaben zu Bargeld und Wertsachen machen
Verraten Sie unbekannten Anrufern niemals, wie viel Bargeld Sie zu Hause haben, ob Sie Schmuck besitzen oder wo Sie Wertgegenstände aufbewahren.
2. Verdächtige Gespräche sofort beenden
Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen. Wenn Ihnen ein Anruf merkwürdig vorkommt, legen Sie auf.
Sie sind nicht verpflichtet, ein Gespräch mit einer unbekannten Person fortzusetzen.
3. Polizeidienststelle selbst kontaktieren
Wenn Sie unsicher sind, ob tatsächlich ein Polizeibeamter angerufen hat, wenden Sie sich eigenständig an Ihre örtliche Polizeidienststelle.
Verwenden Sie dafür eine Telefonnummer, die Sie selbst recherchiert haben. Nutzen Sie keinesfalls eine Nummer, die Ihnen der verdächtige Anrufer nennt.
4. Angezeigte Telefonnummer nicht als Beweis ansehen
Auch eine vermeintlich offizielle Telefonnummer auf dem Display bedeutet nicht automatisch, dass tatsächlich die Polizei anruft.
Betrüger können technische Möglichkeiten nutzen, um die angezeigte Rufnummer zu manipulieren. Dieses Vorgehen wird als Call-ID-Spoofing bezeichnet.
5. Angehörige und Nachbarn informieren
Sprechen Sie mit älteren Familienmitgliedern, Freunden und Nachbarn über die Betrugsmasche.
Wer die typischen Vorgehensweisen kennt, kann verdächtige Anrufe leichter erkennen und sich entsprechend verhalten.
Was tun, wenn bereits persönliche Informationen weitergegeben wurden?
Wer am Telefon bereits Angaben zu Bargeld, Schmuck oder anderen Wertgegenständen gemacht hat, sollte die Situation ernst nehmen.
Betroffene sollten den Kontakt zu den Anrufern abbrechen und die echte Polizei informieren.
Wurden Bankdaten oder Zugangsinformationen weitergegeben, ist es außerdem sinnvoll, unverzüglich die eigene Bank zu kontaktieren und mögliche Schutzmaßnahmen zu besprechen.
Falls bereits Geld oder Wertsachen übergeben wurden, sollte der Vorfall umgehend angezeigt werden.
Bei einer akuten Bedrohung oder wenn mutmaßliche Täter vor der Haustür stehen, ist der Polizeinotruf 110 die richtige Anlaufstelle.
Polizei appelliert an Angehörige älterer Menschen
Die aktuellen Vorfälle in Contwig nimmt die Polizei zum Anlass, erneut vor Telefonbetrug zu warnen.
Gerade Angehörige können dazu beitragen, dass die Betrugsmasche bekannter wird. Ein Gespräch über typische Vorgehensweisen und klare Verhaltensregeln kann helfen, finanzielle Schäden zu verhindern.
Nach bisherigen Angaben der Polizei handelt es sich bei den Vorfällen vom 12. Oktober um versuchte Betrugsanrufe. Ob die Täter in einzelnen Fällen an Geld oder Wertgegenstände gelangten, wurde in der Mitteilung nicht berichtet.
Die wichtigste Regel bleibt: Wer am Telefon vorgibt, Polizeibeamter zu sein, und nach Bargeld, Schmuck oder Vermögenswerten fragt, sollte das Gespräch beenden und selbst die echte Polizei kontaktieren.
Quelle: Polizeidirektion Pirmasens / Polizeiinspektion Zweibrücken, Pressemitteilung vom 12. Oktober 2026.
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