Oralsex ist eine weit verbreitete Form der sexuellen Aktivität, doch immer wieder kursieren Fragen und Mythen über mögliche gesundheitliche Risiken. Schon im Jahr 2007 wurde das Thema kontrovers diskutiert, heute lassen sich diese Fragen auf Grundlage aktueller medizinischer Erkenntnisse deutlich besser beantworten.
Was bedeutet Oralsex eigentlich?
Oralsex umfasst sexuelle Praktiken, bei denen die Mundregion zur Stimulation der Geschlechtsorgane oder des Anus eingesetzt wird. Dazu zählen beispielsweise Fellatio (Stimulation des Penis mit dem Mund) und Cunnilingus (Stimulation der Vulva) sowie Anilingus (orale Stimulation des Anus).
Gesundheitsrisiken: Was die Forschung sagt
Oralsex gilt allgemein als Risiko-ärmer im Vergleich zu vaginalen oder analen Sexualkontakten, aber er ist nicht risikofrei.
1. Übertragung sexuell übertragbarer Infektionen (STIs)
Viele sexuell übertragbare Infektionen können auch durch Oralsex übertragen werden. Dazu gehören unter anderem Gonorrhö (Tripper), Herpes, Syphilis, Chlamydien und HPV (Humane Papillomviren).
Das Risiko, HIV durch Oralsex zu übertragen, gilt als sehr niedrig, ist aber nicht vollständig ausgeschlossen, insbesondere wenn Verletzungen im Mund oder an den Genitalien vorhanden sind.
2. Orale Infektionen und Krebsrisiken
Bestimmte HPV-Typen können nicht nur Genitalwarzen verursachen, sondern auch im Mund- und Rachenraum dauerhaft Infektionen auslösen. Langfristige HPV-Infektionen gelten als Risikofaktor für bestimmte Krebsarten – darunter Mund- und Rachenkrebs. Das Risiko ist insgesamt gering, aber in wissenschaftlichen Studien nachweisbar, vor allem bei häufig wechselnden Sexualpartnern.
Schutzmaßnahmen beim Oralsex
Auch wenn das Risiko geringer ist als bei anderen Formen von Sexualkontakt, lassen sich gesundheitliche Gefahren durch Safer-Sex-Strategien deutlich reduzieren.
Barriereschutz nutzen:
- Kondome beim Oralverkehr auf dem Penis senken das Risiko der Übertragung von STIs.
- Dental Dams oder Lecktücher können beim Cunnilingus oder Anilingus als Schutzbarriere dienen.
Impfung:
- Die HPV-Impfung schützt gegen viele HPV-Typen, die mit Krebs und Genitalwarzen in Verbindung stehen, und wird von Gesundheitsbehörden für Jugendliche und junge Erwachsene empfohlen.
Regelmäßige Tests und Kommunikation:
- Regelmäßige Tests auf STIs und offene Gespräche mit Sexualpartnern über Gesundheitsstatus und Safer-Sex-Praktiken sind wichtige Bausteine eines verantwortungsvollen Umgangs mit sexueller Gesundheit.
Fazit: Risiko ja – aber kontrollierbar
Oralsex kann gesundheitliche Risiken bergen, insbesondere in Bezug auf sexuell übertragbare Infektionen. Diese Risiken sind jedoch medizinisch gut verstanden und lassen sich durch den Einsatz von Barriereschutz, Impfungen und **informierte Entscheidungen **deutlich minimieren.
Während reißerische Schlagzeilen aus der Vergangenheit oft überzogen waren, liefert die aktuelle Forschung ein differenziertes Bild: Oralsex ist keine pauschal gefährliche Praktik, aber wie andere sexuelle Aktivitäten kein vollständig risikofreier Kontakt. Bewusstes Verhalten und Schutzmaßnahmen sind daher auch hier sinnvoll.
Diese Pressemeldung darf, unverändert mit unten aufgeführtem Quellverweis, inklusive Backlink zu Schlaunews, frei auf anderen Webseiten verwendet werden.
Quelle Schlaunews.de