Paderborn – Ein zunächst rätselhafter Vorfall hat am Montag einen umfangreichen Einsatz von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei an einer Realschule in Paderborn ausgelöst. Insgesamt klagten 44 Schülerinnen und Schüler sowie vier Lehrkräfte über Atemwegsreizungen. Die Schule wurde vollständig geräumt. Trotz umfangreicher Messungen konnte bislang keine Ursache für die Beschwerden festgestellt werden.
Der Einsatz an der Realschule „In der Südstadt“ in Paderborn begann am Montag, 5. Oktober 2026, kurz nach 11 Uhr.
Ursprünglich war die Feuerwehr lediglich zu einer Brandnachschau alarmiert worden. Beim Eintreffen der ersten Kräfte zeigte sich jedoch schnell, dass die Situation umfangreicher war.
Mehrere Schülerinnen und Schüler klagten über Reizungen der Atemwege.
Komplette Schule wird geräumt
Die Einsatzleitung entschied daraufhin, das gesamte Schulgebäude vorsorglich räumen zu lassen.
Gleichzeitig wurde die Alarmstufe erhöht und weiteres Personal der Feuerwehr Paderborn zur Einsatzstelle geschickt.
Die Feuerwehr begann mit umfangreichen Messungen im Gebäude. Dabei ließ sich jedoch zunächst keine verwertbare Konzentration eines Schadstoffs feststellen.
Auch einen auffälligen Geruch konnten die Einsatzkräfte anfangs nicht wahrnehmen.
Auch Einsatzkräfte bemerken Atemwegsreizungen
Bemerkenswert war allerdings, dass im weiteren Verlauf auch Einsatzkräfte im unmittelbaren Umfeld der Schule leichte Atemwegsreizungen bemerkten.
Daraufhin wurde zusätzlich der Schulhof geräumt.
Die Zahl der Betroffenen erhöhte sich im Laufe des Einsatzes schließlich auf insgesamt 48 Personen.
Darunter befanden sich 44 Schülerinnen und Schüler sowie vier Lehrkräfte.
Große Zahl von Rettungskräften im Einsatz
Die Betroffenen wurden in einer angrenzenden Sporthalle gesammelt und dort vom Rettungsdienst medizinisch erfasst und betreut.
Neben mehreren Rettungswagen waren unter anderem Notärzte, ein Leitender Notarzt und der Organisatorische Leiter Rettungsdienst beteiligt.
Vorsorglich richteten die Einsatzkräfte am Südring außerdem einen Bereitschaftsraum für einen sogenannten MANV 10 ein.
Die Abkürzung MANV steht für „Massenanfall von Verletzten“. Damit werden Einsatzlagen bezeichnet, bei denen gleichzeitig eine größere Zahl von Menschen medizinisch versorgt werden muss.
Schülerspinde auf der Suche nach Ursache geöffnet
Die Suche nach dem Auslöser der Atemwegsreizungen gestaltete sich schwierig.
Zur Unterstützung wurde deshalb auch ein Fachberater Chemie der Universität Paderborn hinzugezogen.
In einem Bereich des Schulgebäudes traten selbst nach längeren Lüftungsmaßnahmen weiterhin Beschwerden auf.
Dort öffneten und kontrollierten die Einsatzkräfte mehrere Schülerspinde auf der Suche nach einer möglichen Substanz, die für die Reizungen verantwortlich sein könnte.
Eine Ursache konnte jedoch zunächst nicht abschließend festgestellt werden.
Niemand musste ins Krankenhaus
Im Laufe des Einsatzes gab es schließlich Entwarnung hinsichtlich des Gesundheitszustands der Betroffenen.
Bei den Schülerinnen und Schülern, die zunächst über Beschwerden geklagt hatten, gingen die Symptome wieder zurück.
Nach der medizinischen Erfassung konnten sie von ihren Erziehungsberechtigten abgeholt werden.
Auch Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte ohne Beschwerden durften die Einsatzstelle verlassen.
Keiner der Betroffenen musste in ein Krankenhaus transportiert werden.
Unterricht soll wieder stattfinden
Das Schulgebäude wurde umfassend quer gelüftet.
Nach Einschätzung der Feuerwehr soll der Unterricht voraussichtlich bereits am folgenden Tag wieder aufgenommen werden können.
Der Einsatz dauerte insgesamt rund fünfeinhalb Stunden und konnte gegen 16.30 Uhr beendet werden.
Während dieser Zeit musste die verwaiste Feuerwache Süd durch ehrenamtliche Einheiten besetzt werden, damit der Brandschutz für mögliche weitere Einsätze sichergestellt blieb.
Ursache weiterhin ein Rätsel
Was die Atemwegsreizungen bei den insgesamt 48 Betroffenen ausgelöst hat, ist weiterhin ungeklärt.
Die Feuerwehr konnte mit ihren Messgeräten keine verwertbaren Schadstoffkonzentrationen nachweisen.
Polizei und Kriminalpolizei haben die Ermittlungen übernommen.
Ob tatsächlich eine bestimmte Substanz für die Beschwerden verantwortlich war und wie diese gegebenenfalls in das Schulgebäude gelangte, müssen die weiteren Untersuchungen zeigen.
Quelle: Feuerwehr Paderborn, 5. Oktober 2026
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