Recht & Polizeimeldungen

Kinder legen Steine auf Gleise – ICE muss Schnellbremsung einleiten

Gelsenkirchen – Ein gefährlicher Vorfall im Gleisbereich des Gelsenkirchener Hauptbahnhofs hat am Samstag zu einer Schnellbremsung eines ICE und erheblichen Behinderungen im Bahnverkehr geführt. Mehrere Kinder sollen Schottersteine auf eine Weiche gelegt haben. Ein ICE überfuhr die Steine, an der Weiche entstand Sachschaden. Verletzt wurde glücklicherweise niemand.

Der Vorfall ereignete sich am Samstag, 3. Oktober 2026, im östlichen Einfahrtsbereich des Gelsenkirchener Hauptbahnhofs.

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Gegen 17.15 Uhr informierte die Notfallleitstelle der Deutschen Bahn die Bundespolizei darüber, dass sich dort Kinder im Gleisbereich aufhielten.

Für den betroffenen Streckenabschnitt wurde daraufhin umgehend das sogenannte „Fahren auf Sicht“ angeordnet.

Kinder flüchten zunächst aus dem Gleisbereich

Einsatzkräfte der Bundespolizei konnten die Kinder zunächst aus der Entfernung im Bereich der Gleise erkennen.

Als die Beamten eintrafen, liefen die Kinder in unbekannte Richtung davon. Sie befanden sich anschließend nicht mehr unmittelbar im Gleisbereich.

Bei der anschließenden Suche trafen die Bundespolizisten auf drei Mädchen im Alter von 11, 12 und 14 Jahren. Alle drei stammen nach Angaben der Behörde aus Gelsenkirchen.

ICE fährt über Steine auf der Weiche

Während des Polizeieinsatzes kam es zu dem besonders gefährlichen Zwischenfall.

Der ICE 916 fuhr durch den betroffenen Streckenbereich und überrollte Schottersteine, die auf eine Weiche gelegt worden waren.

Der Triebfahrzeugführer leitete daraufhin eine Schnellbremsung ein.

An der Weiche entstand Sachschaden. Wie hoch dieser ausfällt, wird noch ermittelt.

Die Passagiere im ICE blieben unverletzt.

Bahnstrecke komplett gesperrt

Nach dem Vorfall wurde die Strecke vollständig gesperrt.

Insgesamt mussten vier Züge – zwei ICE und zwei Regional-Express-Züge – auf freier Strecke anhalten.

Unter Aufsicht des Notfallmanagers konnten die beiden Regionalzüge anschließend langsam in den Gelsenkirchener Hauptbahnhof einfahren.

Die beiden ICE konnten ihre Fahrt nach Abschluss der erforderlichen Überprüfungen ebenfalls fortsetzen.

Der Vorfall führte nach Angaben der Bundespolizei zu erheblichen Zugausfällen und Verspätungen.

Mädchen sprechen von „Neugier“

Gegenüber den Beamten sollen die drei Mädchen angegeben haben, die Schottersteine aus Neugier auf die Weiche gelegt zu haben.

Im weiteren Verlauf der Ermittlungen stellte die Bundespolizei zudem einen 13 Jahre alten Jungen als weiteren Tatverdächtigen fest.

Die drei zunächst angetroffenen Mädchen wurden zur Dienststelle gebracht und nach Kontaktaufnahme mit ihren Erziehungsberechtigten an diese übergeben.

Bundespolizei leitet Ermittlungen ein

Die Bundespolizei leitete Ermittlungen unter anderem wegen des Verdachts des gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr, Sachbeschädigung und der Störung öffentlicher Betriebe ein.

Darüber hinaus wurde wegen des unbefugten Aufenthalts im Gleisbereich ein Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet.

Dabei ist zu berücksichtigen, dass Kinder unter 14 Jahren in Deutschland strafunmündig sind. Bei der 14-Jährigen gelten die besonderen Bestimmungen des Jugendstrafrechts.

Die Ermittlungen – auch zur genauen Höhe des entstandenen Schadens – dauern an.

Bundespolizei warnt vor tödlicher Gefahr

Die Bundespolizei nimmt den Vorfall zum Anlass, erneut eindringlich vor dem Betreten von Bahnanlagen zu warnen.

Züge können nicht ausweichen und benötigen selbst bei einer sofort eingeleiteten Bremsung einen erheblichen Bremsweg.

Gefahren gehen zudem nicht nur von fahrenden Zügen aus. Auch stromführende Teile und andere technische Einrichtungen der Bahninfrastruktur können lebensgefährlich sein.

Der Vorfall in Gelsenkirchen endete glücklicherweise ohne Verletzte. Angesichts des ICE, der die auf der Weiche liegenden Steine überfuhr, hätte die Situation jedoch erheblich schwerwiegendere Folgen haben können.

Quelle: Bundespolizeidirektion Sankt Augustin / Bundespolizeiinspektion Dortmund, 4. Oktober 2026

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