Recht & Polizeimeldungen

Auto ruft selbst den Notruf: Polizei findet Fahrerin im Wald – über zwei Promille

Polizeiauto

Grabow – Das automatische Notrufsystem eines Autos hat nach einem Unfall bei Grabow selbstständig die Rettungsleitstelle alarmiert. Als Rettungsdienst und Polizei am Unfallort eintrafen, fanden sie jedoch zunächst niemanden am beschädigten Fahrzeug. Erst bei der Suche entdeckten die Einsatzkräfte die 61-jährige Fahrerin rund 30 Meter entfernt im Unterholz. Ein Atemalkoholtest ergab später einen Wert von mehr als zwei Promille.

Der ungewöhnliche Einsatz begann am Sonntag, 4. Oktober 2026, gegen 13.35 Uhr.

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Zu diesem Zeitpunkt ging in der Rettungsleitstelle in Schwerin automatisch ein sogenannter eCall eines Autos ein.

Das Notrufsystem hatte nach einem Unfall selbstständig Alarm ausgelöst.

Niemand antwortet auf Rückfragen

Die Leitstelle versuchte anschließend mehrfach, Kontakt mit einer Person im Fahrzeug aufzunehmen.

Doch niemand antwortete.

Da deshalb zunächst nicht klar war, was an der Unfallstelle passiert war und ob möglicherweise dringend medizinische Hilfe benötigt wurde, wurden sowohl ein Rettungswagen als auch eine Streifenwagenbesatzung des Polizeihauptreviers Ludwigslust losgeschickt.

Die Einsatzstelle befand sich zwischen Blievenstorf und Muchow bei Grabow.

Auto war gegen Baum geprallt

Vor Ort fanden die Einsatzkräfte einen verunfallten Wagen vor.

Das Auto war zuvor gegen einen Baum geprallt. Durch die Kollision hatten die Airbags ausgelöst.

Von der Fahrerin oder möglichen weiteren Insassen fehlte zunächst jedoch jede Spur.

Weder im Fahrzeug noch unmittelbar daneben befand sich eine Person.

61-Jährige im Unterholz gefunden

Die Polizei begann daraufhin mit einer Suche im näheren Umfeld des Unfallwagens.

Dabei entdeckten die Einsatzkräfte schließlich etwa 30 Meter vom Auto entfernt eine 61 Jahre alte Frau im Unterholz des angrenzenden Waldes.

Bei ihr handelte es sich nach Angaben der Polizei um die Fahrerin des Unfallwagens.

Die Frau wurde umgehend zu einem Rettungswagen gebracht.

Atemalkoholtest zeigt mehr als zwei Promille

Während der weiteren Maßnahmen bemerkten die Einsatzkräfte bei der 61-Jährigen erheblichen Alkoholgeruch.

Ein anschließend durchgeführter Atemalkoholtest ergab nach Angaben des Polizeipräsidiums Rostock einen Wert von mehr als zwei Promille.

Daraufhin wurde im Schweriner Klinikum eine Blutprobe entnommen.

Für das weitere Strafverfahren ist insbesondere das Ergebnis dieser Blutuntersuchung von Bedeutung.

Führerschein sichergestellt

Der bei dem Unfall beschädigte Wagen war nicht mehr fahrbereit und musste geborgen werden.

Den entstandenen Gesamtschaden schätzt die Polizei auf rund 25.000 Euro.

Noch bevor die 61-Jährige aus den polizeilichen Maßnahmen entlassen wurde, stellten die Beamten ihren Führerschein sicher.

Außerdem wurde ihr die Weiterfahrt untersagt.

Kriminalpolizei ermittelt

Die Kriminalpolizei hat Ermittlungen wegen des Unfalls unter Alkoholeinfluss aufgenommen.

Wie genau es dazu kam, dass die Frau mit ihrem Fahrzeug von der Straße abkam und gegen den Baum prallte, geht aus der ersten Polizeimeldung nicht hervor.

Auch zu möglichen Verletzungen der 61-Jährigen macht die Polizei keine näheren Angaben.

Eine entscheidende Rolle beim Auffinden der Unfallstelle spielte in diesem Fall das automatische eCall-System des Fahrzeugs. Obwohl nach dem ausgelösten Notruf niemand auf die Kontaktversuche der Leitstelle reagierte, konnten Rettungsdienst und Polizei dadurch unmittelbar zur Unfallstelle geschickt werden.

Quelle: Polizeipräsidium Rostock, 4. Oktober 2026

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