Recht & Polizeimeldungen

Polizei warnt vor perfider Bücher-Masche – alte Kundendaten werden für Betrug genutzt

Suhl – Die Polizei warnt vor einer ungewöhnlichen Betrugsmasche, bei der gezielt Besitzer von Büchersammlungen ins Visier genommen werden. Die Täter verfügen offenbar über alte Kundendaten eines inzwischen aufgelösten Verlags und versprechen ihren Opfern lukrative Käufer für deren Sammlung. Tatsächlich beginnt damit häufig erst eine Kette immer neuer Forderungen – bis hin zur Übergabe von Girokarte und PIN.

Die Kriminalpolizeiinspektion Suhl ermittelt derzeit wegen einer Reihe entsprechender Betrugsfälle.

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Nach Angaben der Polizei kontaktieren die Täter gezielt ehemalige Kunden eines mittlerweile aufgelösten Verlags.

Dabei geben sie sich als Mitarbeiter einer angeblichen Nachfolgeorganisation aus.

Angeblich gibt es Käufer für die Büchersammlung

Den Betroffenen wird zunächst eine attraktive Geschichte präsentiert: Es gebe Interessenten, die ihre vorhandene Büchersammlung kaufen wollten.

Allerdings habe die Sammlung angeblich noch einen Haken.

Bestimmte Bücher würden fehlen. Diese müssten zunächst gekauft werden, damit die Sammlung vollständiger und wertvoller werde und sich anschließend besser verkaufen lasse.

Genau hier beginnt die eigentliche Betrugsmasche.

Bücher mit geringem Wert werden extrem teuer verkauft

Nach Erkenntnissen der Polizei werden den Betroffenen Bücher mit vergleichsweise geringem Wert zu deutlich überhöhten Preisen verkauft.

Wer einmal kauft, wird anschließend immer wieder zu weiteren Käufen gedrängt.

Der zuvor angekündigte lukrative Verkauf der kompletten Sammlung findet dagegen nicht statt.

Besonders problematisch: Teilweise werden den Betroffenen für die zusätzlichen Bücher sogar Kredite vermittelt.

Damit können die finanziellen Folgen weit über den ursprünglichen Kauf hinausgehen.

Danach folgt die nächste Geldforderung

Weigert sich ein Opfer irgendwann, noch weitere Bücher zu kaufen, ist die Masche offenbar noch nicht beendet.

Dann bieten die Täter nach Angaben der Polizei an, die Sammlung gegen eine hohe Gebühr in sogenannte Bücherregister aufnehmen zu lassen.

Über diese Register sollen angeblich mögliche Käufer auf die Sammlung aufmerksam werden.

Solche Register existieren laut Polizei tatsächlich. Zu den versprochenen Verkäufen kommt es nach den bisherigen Erkenntnissen jedoch nicht.

Später wird teilweise sogar angeboten, den Registereintrag und die persönlichen Daten gegen eine weitere Gebühr wieder löschen zu lassen.

Auch diese versprochene Löschung erfolgt laut Polizei häufig nicht.

Unterschriften und Ident-Verfahren können für weitere Betrügereien genutzt werden

Noch gefährlicher kann es werden, wenn die Betroffenen Dokumente unterschreiben oder Identifizierungsverfahren durchführen.

Nach Angaben der Ermittler werden Opfer dazu gebracht, Blanko-Dokumente oder Online-Formulare zu unterschreiben und sich über ein Ident-Verfahren zu bestätigen.

Die so erlangten Daten könnten anschließend für weitere Betrügereien verwendet werden.

Die Polizei nennt beispielsweise Kontoeröffnungen oder den Abschluss von Kreditverträgen.

Täter verlangen sogar Girokarte und PIN

In aktuellen Fällen ist die Masche offenbar noch weiter eskaliert.

Betroffenen wird teilweise eine Auszahlung auf ihr Konto versprochen. Zuvor sei allerdings eine angebliche Verifizierung notwendig.

Dafür sollen die Opfer ihre Girokarte zusammen mit der dazugehörigen PIN übergeben.

Die Polizei warnt ausdrücklich davor, einer solchen Aufforderung nachzukommen.

Auch die Personen, die bei den Opfern erscheinen, treten offenbar professionell auf. Sie werden von der Polizei als adrett gekleidet und höflich beschrieben und sollen sich schnell an die jeweilige Situation anpassen.

Zurückgelassene Ausweisdokumente fehlen teilweise vollständig oder sind gefälscht. Auf Unterlagen können zudem Unterschriften fehlen oder unleserlich sein.

Polizei spricht von bundesweit tätigen Organisationen

Besonders bemerkenswert ist die Einschätzung der Ermittler zur möglichen Dimension der Betrugsmasche.

Bei den handelnden Personen soll es sich nach Angaben der Polizei um Mitglieder bundesweit tätiger Organisationen handeln.

Einzelne Geschädigte werden derzeit sogar mehrfach kontaktiert.

Die Polizei rät deshalb zu besonderer Vorsicht, wenn sich vermeintliche Vertreter im Zusammenhang mit einer bestehenden Büchersammlung melden und einen hohen Verkaufserlös in Aussicht stellen.

Niemals sollten Bargeld, Bankkarten oder PIN-Nummern an fremde Personen übergeben werden.

Auch Angehörige älterer Menschen sollten über diese spezielle Betrugsmasche sprechen, da die Täter gezielt auf bereits vorhandene Kundendaten zurückgreifen und dadurch zunächst glaubwürdig wirken können.

Quelle: Landespolizeiinspektion Suhl, 17. September 2026

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