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Tinnitus: Osteopathie hilft bei der Ursachensuche

Aug 11, 2010

13. Internationaler Kongress der Osteopathen in Hamburg mit Informationsforum für Patienten und Interessierte am Samstag, 2. Oktober 2010, um 15 Uhr im UKE

Von Tinnitus hat mittlerweile jeder schon etwas gehört. Rauschen, pfeifen, klopfen – die unerwünschten Geräusche im Ohr können durch organische Erkrankungen, Fehlspannungen oder einen falschen Biss ausgelöst worden sein. Nicht immer werden diese Zusammenhänge berücksichtigt. Mit ihrer ganzheitlichen Diagnostik hilft die Osteopathie mögliche Ursachen aufzudecken und so die Therapiechancen zu verbessern.
Tinnitus aurium bezeichnet die akustische Wahrnehmung von Geräuschen, die nicht auf objektiv wahrnehmbare Quellen zurückzuführen sind. Wird das Geräusch chronisch, kann das auf andere Dysfunktionen im Körper hinweisen. Als Ursachen kommen etwa Lärmschäden, Erkrankungen wie Morbus Menière (Drehschwindel) oder Stress in Betracht. Daneben können Probleme im Bereich der Halswirbelsäule oder auch im Zahn-Kiefer-Bereich einen Tinnitus auslösen oder verstärken. Zusammenhänge zwischen craniomandibulären Störungen (CMD) – sprich Störungen im gesamten Kausystem – und Symptomen im Bereich des Ohres, wie Tinnitus, Schwindel etc. werden häufig beobachtet. Epidemiologischen Untersuchungen zufolge liegt die Krankheitshäufigkeit der genannten Symptome bei Patienten mit CMD bei bis zu 85 Prozent. Denn Mittelohr und Kiefergelenk liegen nah beieinander. Zugleich ist der Kauapparat eng mit der Halswirbelsäule über Muskeln, Sehnen und Nerven verbunden. Durch eine angeborene Zahnfehlstellung oder Zahnprothesen kann ein Fehlbiss vorliegen, der großen Druck auf die entlanglaufenden Blutgefäße und Nerven ausübt und so neben anderen Beschwerden auch Tinnitus oder Kopfschmerzen verursacht. Dieser Zusammenhang wird bisher selten erkannt, so dass sich die Behandlung meist auf Medikamente und Infusionen beschränkt.
Der Osteopath untersucht ausschließlich mit seinen Händen ausgehend vom Kopf mit den Schädelnähten, die Kiefer- und Nackenregion und den restlichen Körper um Dysfunktionen und ihre Zusammenhänge aufzuspüren. Lässt sich so zum Beispiel eine Kieferfehlstellung als Ursache ermitteln, wird mit der Korrektur des Bisses und durch Entlastung der Spannungen im Kiefer- und Wirbelsäulenbereich möglicherweise auch der Tinnitus behoben. Der Osteopath wird hierzu eng mit einem Kieferorthopäden oder Zahnarzt zusammenarbeiten. Nicht immer lassen sich Ursachen finden und behandeln. Osteopathische Techniken und Entspannungsübungen können helfen, das Wohlbefinden zu steigern und die Symptome zumindest zu lindern.
In einer Studie erhielten 31 Patienten mit CMD und Tinnitus sechs osteopathische Behandlungen über einen Zeitraum von zwölf Wochen. Das Ergebnis: Die osteopathischen Behandlungen führten zu klinisch relevanten positiven Veränderungen der Symptomatiken bei Patienten mit Tinnitus und CMD (http://www.osteopathic-research.com/…). „Auch drei Monate nach Ende der Behandlungen hielten die Verbesserungen bei einem Großteil der Studienteilnehmer an“, sagt Nicola Moshövel D.O.® M.R.O.®, eine der drei an der Studie beteiligten Osteopathinnen.
Neueste wissenschaftliche Erkenntnisse im Bereich Osteopathie und Osteopathie bei Kindern sind Schwerpunkte des 13. Internationalen Kongresses des Verbandes der Osteopathen Deutschland (VOD) e.V., der vom 30. September bis 03. Oktober 2010 auf dem „Campus Lehre“ im Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf stattfindet. Zur Kongress-Premiere in Hamburg werden rund 350 Teilnehmer aus Deutschland und dem europäischen Ausland erwartet.
Am Samstag, 2. Oktober, sind alle Patienten und Interessierten ab 15 Uhr zu einem Informationsforum auf den „Campus Lehre“ eingeladen. Vorträge zu den Themen „Osteopathie – den Ursachen auf der Spur“, „Osteopathie und Sport“, „Osteopathie und Kinder“ und „Osteopathie im interdisziplinären Kontext“ sowie eine Diskussionsrunde ermöglichen einen regen Austausch über die sanfte Medizin.
Quelle lifePR

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