Unfallforschung: Motorrad-ABS rettet Leben

Zu wenig Verbreitung in allen Klassen

Die Unfallforschung des ADAC fand heraus, dass Antiblockiersysteme bei Motorrädern jährlich 160 Leben in Deutschland retten können. Das Risiko als Motorradfahrer auf deutschen Straßen getötet zu werden, ist 16-mal höher als bei Pkw-Fahrern. Zur Orientierung: 2009 starben 645 Motorradfahrer auf deutschen Straßen. Das sind 17 Prozent aller bei Unfällen Getöteten. Außerdem: Bis zu 6 900 Motorrad-Unfälle mit Verletzungen hätten 2009 verhindert werden, wenn die Fahrer ABS an Bord gehabt hätten.
Bisher ist die Verbreitung des Blockierverhinderers aber viel zu gering. Bei Motorrädern unter 250 ccm ist ABS sogar nur bei weniger als einem Prozent der Modelle verbreitet. Bei den schwereren Maschinen gibt es das Sicherheitssystem bei gut 25 Prozent der Zweiräder in Europa. Der Club fordert die Hersteller deswegen dazu auf, möglichst viele Modelle mit ABS – und zwar in allen Klassen – anzubieten. Die Preise für ABS müssen außerdem moderat gestaltet werden. Den Käufern von Motorrädern mit ABS sind ferner Fahrsicherheitstrainings anzubieten, die den perfekten Umgang mit der Technik vermitteln.
ABS für Motorräder ist eine für die Verkehrssicherheit notwendige Technik, die noch mehr als bisher den „Weg auf die Straße“ finden muss. Nicht ohne Grund wurde das Motorrad-ABS von Bosch 2010 mit dem Gelben Engel, dem Innovationspreis des ADAC, ausgezeichnet. Es ist das kleinste und leichteste System weltweit. Damit eröffnet dieses Produkt erstmals die Möglichkeit mit einem einzigen System ein ABS für alle Motorradtypen, insbesondere für kleine Maschinen, bereitzustellen. Wichtig: Eine ABS-Technologie alleine kann aber nicht alle Unfälle verhindern. Entscheidend ist daher immer die angemessene Fahrweise. Ein überproportionaler hoher Anteil der Motorradunfälle ist die Folge von Fahrfehlern. Die Fahrer sind daher aufgefordert vor Kreuzungen und Einmündungen – an diesen Stellen passieren am meisten Unfälle – besonders vorsichtig zu fahren und die Geschwindigkeit deutlich zu reduzieren. Ein solches Verhalten trägt dazu bei, dass die Fahrer auch in der Schrecksekunde vor einer möglichen Kollision eher die Kontrolle über das Fahrzeug behalten. Das ABS ist dann noch wirksamer.

Quelle pressrelations.de

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