• 8. Februar 2023 11:07

"Section Controls" sind teuer, aber sie wirken!

Sep 25, 2009

Geschwindigkeitskontrollen über ganze Streckenabschnitte, so genannte section controls, haben in verschiedenen europäischen Ländern für eine deutliche Verbesserung der Verkehrssicherheit gesorgt. Dies geht nach ARCD-Informationen aus einem ersten Erfahrungsvergleich des europäischen Verkehrssicherheitsrats ETSC hervor. Größte Verbreitung haben diese Video- und GPS-gestützten Tempokontrollen in Italien gefunden, wo seit 2006 insgesamt 2 200 km des Autobahnnetzes über Abschnittskontrollen verfügen. Im ersten Jahr nach der Einführung seien laut Angaben der Autobahngesellschaft ASPI die tödlichen Unfälle auf den jeweiligen Streckenabschnitten um 51 % zurückgegangen. Ähnliche Erfolgsquoten werden aus Großbritannien gemeldet, wo die Anzahl von Unfällen mit schweren oder tödlichen Verletzungen in den drei Jahren nach Einführung der Kontrollen auf bestimmten Abschnitten des Autobahnnetzes um 37 bis 82 % reduziert werden konnte. Auf einem Tunnelabschnitt der Donauuferautobahn in Wien gab es in den zwei Jahren nach Einrichtung der ersten österreichischen „section control“ überhaupt keinen Todesfall mehr zu beklagen, und Unfälle mit Personenschaden sind um ein Drittel zurückgegangen. Aktuelle Studien belegten auch positive Nebeneffekte, wie die Senkung von CO2-Abgasen sowie Stau- und Lärmminderung. Überdies werden Geschwindigkeitsbeschränkungen auf kontrollierten Abschnitten – auch aufgrund deutlicher Ankündigungstafeln – besser eingehalten und von der Bevölkerung besser akzeptiert. Bei punktuellen Radar-Kontrollen hätten Autofahrer eher den Eindruck, just in einem Moment der Unaufmerksamkeit „geblitzt“ worden zu sein. Der ETSC befürwortet einen EU-weiten Einsatz dieser Kontrolltechnologie, weist aber zugleich auf die hohen Kosten hin. Länder, die nach wie vor über ein lückenhaftes Netz von Radarkontrollen verfügen, sollten daher erst ihr Geld in klassische Blitzgeräte investieren, bevor sie „section controls“ einführen, die nur auf stark befahrenen Autobahnabschnitten ohne Ausfahrten sinnvoll zum Einsatz kommen können.

Quelle (lifePR)

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