Middleware für mobile Anwendungen – jetzt auch für Google Android

Die Universität Kassel wird im MUSIC-Projekt durch das Fachgebiet Verteilte Systeme von Prof. Dr. Geihs vertreten und leitet das Arbeitspaket Entwicklungsmethodik. Weitere deutsche Teilnehmer sind die EML GmbH in Heidelberg und die Condat AG in Berlin.

Ziel des MUSIC-Projektes ist es, eine Middleware-Plattform bereitzustellen, die es ermöglicht, moderne, adaptive Anwendungen und Dienste für zukünftige mobile Anwendungen zu entwickeln. Diese ermöglichen unter anderem die automatische und nahtlose Anpassung an den sich stetig ändernden Kontext des mobilen Benutzers. Mit der MUSIC-Middle-ware lassen sich adaptive Anwendungen für die unterschiedlichsten Geräteplattformen entwickeln. Möglich ist dies mit allen Laptops, PCs oder Mobiltelefonen, die mindestens Java 1.4 und eine OSGi-Laufzeitumgebung (http://www.osgi.org/Main/HomePage) bereitstellen können. Weitere Informationen finden sich unter http://www.ist-music.eu.

Die wohl bedeutendste Änderung der neuen Version 0.6 ist die Unterstützung für Geräte auf Basis des Google-Betriebssystems Android durch die MUSIC-Middleware und der darauf aufbauenden Anwendungen. Das ermöglicht es, MUSIC-Anwendungen jetzt auch für deutlich leistungsstärkere mobile Geräte zu entwickeln. Damit lassen sich ganz neue Einsatzbereiche erschließen und auch die Benutzerfreundlichkeit der einzelnen Anwendungen signifikant steigern. Im Umkehrschluss ist auch das Android Betriebssystem jetzt in der Lage, kontextbasierte, selbst-adaptive Anwendungen und Dienste anzubieten, die die meist eingeschränkten Ressourcen und den Ausführungskontext der mobilen Geräte auf eine fortschrittliche Art und Weise berücksichtigen.

Mit der Unterstützung für Service Level Agreements (SLA) ist der letzte Entwicklungsschritt in Richtung dienstorientierte Architekturen (SOA) getan, um so die Entwicklung von mobilen, dienstbasierten, adaptiven und ubiquitären Anwendungen noch weiter zu vereinfachen.

Die im MUSIC-Projekt verwendete Open-Source LGPL-Lizenz (http://www.gnu.de/documents/lgpl.de.html) erlaubt allen Entwicklern eine ausreichend freie Nutzung der MUSIC-Middleware und überträgt die Lizenz-Einschränkungen der MUSIC-Software nicht auf das eigene Produkt.

Die MUSIC-Middleware und Entwicklungsmethodik bieten Unterstützung für Anwender aus den unterschiedlichsten Bereichen. Einige Beispiele:

  • Software-Entwickler erreichen eine höhere Produktivität bei der Entwicklung von selbst-adaptiver Software, indem sie auf die MUSIC-Methoden und Werkzeuge setzen.
  • Betreiber von Kommunikationsinfrastrukturen können mit Hilfe der MUSIC-Plattform die Verfügbarkeit und Nutzung ihrer Ressourcen optimieren.
  • Anbieter von Diensten (sowohl öffentliche als auch private) erreichen eine höhere Akzeptanz und Zufriedenheit bei den Nutzern, was letztendlich auch die eigene Position im Markt verbessert.

Die endgültige Version der MUSIC-Plattform wird gegen Ende des zweiten Quartals 2010 fertig gestellt und veröffentlicht. Sie ist Ergebnis einer Zusammenarbeit aus führenden europäischen Industrievertretern und renommierten Forschungseinrichtungen. Auf der Webseite des Projekts (http://www.ist-music.eu) finden Interessenten regelmäßig Neuigkeiten und Ergebnisse aus den Bereichen Forschung und Entwicklung, sowie Software-Aktualisierungen und neue Werkzeuge zur Unterstützung bei der Entwicklung.

Die ebenfalls verfügbaren Tutorien geben einen Überblick über die wichtigsten Bestandteile des MUSIC-Projekts und enthalten Informationen zur MUSIC-Middleware sowie der verwendeten Methodik. Gleichzeitig dienen sie als Einstieg und Anleitung für interessierte Software-Entwickler.

Das MUSIC Konsortium:
SINTEF (Norwegen, Koordination), SID2U (Irland), Hewlett Packard (Italien), Appear Networks (Schweden), Condat AG (Deutschland), Integrasys (Spanien), Telefónica I+D (Spanien), Telecom Italia (IT), RATP (Frankreich), European Media Laboratory GmbH (Deutschland), Universität Kassel (Deutschland), University of Cyprus, Katholieke Universiteit Leuven (Belgien), University of Oslo (Norwegen).

EML
Die European Media Laboratory GmbH (EML) ist ein Entwicklungs- und Forschungsunternehmen im Bereich der angewandten IT mit Sitz in Heidelberg, das von SAP-Mitbegründer Klaus Tschira ins Leben gerufen wurde. Gemäß dem Grundsatz „Think Beyond the Limits!“ forscht und entwickelt das EML in den Bereichen „Mensch-Technik-Interaktion“ und „automatische Sprachverarbeitung.“ Der Sitz der EML GmbH ist die Heidelberger Villa Bosch, das ehemalige Domizil des Nobelpreisträgers Carl Bosch (1874-1940).(http://www.eml-development.de)

Uni Kassel
Die Universität Kassel (UNIK) wurde 1971 gegründet. An ihr sind zurzeit mehr als 19500 Studierende eingeschrieben, denen in 13 Fachbereichen, darunter die Kunsthochschule Kassel, ein breites Spektrum an Studien- und Weiterbildungsmöglichkeiten geboten wird. Im Projekt MUSIC wird die Universität Kassel durch das von Prof. Dr. Kurt Geihs geleitete Fachgebiet Verteilte Systeme vertreten. Es ist im Rahmen des Projektes für die eigentliche Entwicklungsmethodik und Entwicklungsnotation der in MUSIC umgesetzten modellgetriebenen Softwareentwicklung verantwortlich. (http://www.vs.uni-kassel.de)

Condat AG
Die Condat AG ist ein System-Integrator für mobile IT-Lösungen und seit über 25 Jahren
mit rund 90 Mitarbeitern am Standort Berlin erfolgreich am Markt. Condat unterstützt Unternehmen und Verwaltungen bei der Optimierung und Mobilisierung von Geschäftsprozessen und entwickelt spezialisierte Software-Lösungen insbesondere für die Service- und Medienbranche (Skyware und Condat.TV). Darüber hinaus bietet Condat ein weites Spektrum zur Integration innovativer Anwendungen in bestehende IT-Systeme.(http://www.condat.de)

Quelle pressrelations.de

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