• 2. Februar 2023 02:54

Kalifornier wollen ihr Kult-Bier in Deutschland brauen

Sep 3, 2010

Die amerikanische Stone Brewing Co. sucht eine Braustätte in Europa. Mit beachtlichen Dimensionen: Eine Anlage für eine Jahresproduktion von immerhin 25.000 bis 50.000 Hektoliter steht auf der Stone-Wunschliste. Die dazu passende Halle müsse mehr als 2000 Quadratmeter Fläche haben. Bereits im Frühjahr hat der Privatbrauer aus der Nähe von San Diego die Ausschreibung lanciert. 45 Angebote sind seitdem bei den Kaliforniern eingegangen, von einer mittelalterlichen Burg in Dänemark bis zu einer Anlage auf dem neuesten Stand der Technik in Italien. In Deutschland kann Stone bislang zwischen zehn Offerten wählen. Vorschläge kamen aus dem Saarland und aus Nordrhein-Westfalen. Auch Standorte in Hamburg und Berlin sind im Gespräch.Derzeit prüft ein Scout die Betriebsstätten. Bislang ist keine perfekte Lösung in Sicht: „Wir bleiben weiterhin offen für Vorschläge“, betont CEO Greg Koch. Deutschland sei ein exzellenter Standort, so Koch weiter: „Es hat den Vorteil einer gewachsenen Brautradition und bietet zudem brauerfreundliche Rahmenbedingungen. Wenn wir hier etwas Passendes finden, würden wir uns sofort darauf stürzen.“

In den USA ist Stone Brewing einer der renommiertesten und größten „Craft Brewer“, so nennen sich dort die unabhängigen, qualitätsversessenen Privatbrauer, die in den vergangenen 30 Jahren eine neue amerikanische Bierkultur zum Blühen gebracht haben. Über 1400 solcher Craft Brewers gibt es landesweit, sie brauen mit natürlichen Rohstoffen und nach authentischen Braumethoden. In den 14 Jahren seit ihrer Gründung ist Stone von einer Kleinstbrauerei mit nicht einmal 1000 Hektoliter pro Jahr zu einem mittelständischen Betrieb mit 307 Mitarbeitern und knapp 160.000 Hektoliter Jahresausstoß angewachsen. Stone-Biere wie das Pale Ale, Stone IPA oder die Kult-Marke „Arrogant Bastard Ale“ sind geschmacksstark, komplex und speziell gehopft. Das haben inzwischen auch Qualitätsbier-Enthusiasten auf dieser Seite des Atlantiks gemerkt. Aufgrund der steigenden Nachfrage in Europa möchte das nachhaltig wirtschaftende Unternehmen lieber vor Ort produzieren, als lange Transportwege auf Kosten von Qualität und Umwelt in Kauf zu nehmen. Dabei scheut Stone nicht davor zurück, sich dem besonders kritischen Urteil der traditionsbewussten Bier-Weltmacht Deutschland zu stellen – im Gegenteil. Greg Koch, der von fränkischem Rauchbier schwärmt, freut sich darauf, die deutsche Bierkultur zu bereichern: „Da sich unsere Biere erheblich von den traditionellen europäischen Bierstilen unterscheiden, hoffen wir, das Spektrum des Biergenusses entscheidend zu erweitern.“

Interessierte finden die Ausschreibung (Request for Proposal) in englischer Sprache unter: http://www.stonebrew.com/rfp/ Die kalifornische Kultbrauerei wird in Deutschland von der Bierbotschaft begleitet. Das Büro der internationalen Bierexpertin und Journalistin Sylvia Kopp macht seinem Namen alle Ehre und tritt in den bierdiplomatischen Dienst ein.

Quelle Presseportal

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