Abstimmen über den Wettkönig: Wetten, dass es vom Handy aus mindestens das Doppelte kostet?

Mobilfunkanbieter verschweigen gern die Preise für die 0137-Nummern, kritisiert die Verbraucherzentrale Sachsen

Sehr beliebt ist bei Fernsehzuschauern die Teilnahme an Abstimmungen per Telefon über 0137-Nummern, etwa um ihrem Favoriten bei „Wetten dass …?“ oder beim „Grand Prix d’EUROVISION“ mit zum Sieg zu verhelfen. Die Telefontechnik ist bei diesen so genannten Televoting-Nummern so ausgelegt, dass sie als „Massenverkehr zu bestimmten Zielen“ (MABEZ) tausende Anrufe gleichzeitig „verkraften“ kann, ohne dass das Telefonnetz zusammenbricht. Eine freundliche Stimme vom Band teilt mit, dass der Anruf gezählt wurde. Aus den deutschen Festnetzen kostet ein Anruf über eine solche Televotum-Nummer lediglich 14 Cent pro Anruf. Dieser Preis muss den Anrufern seit September 2007 am Ende der Verbindung auch angesagt werden, ergänzt um den Hinweis, dass dieser aus dem Mobilfunk gegebenenfalls abweichend ist. Um wie viel genau, braucht jedoch nicht angegeben zu werden. „Die Mobilfunk-Anbieter dürfen ihre Preise für die 0137er Nummern nach eigenem Gutdünken festlegen, im Gegensatz zu den Festnetz-Anbietern, bei denen die Bundesnetzagentur ein Wörtchen mitzureden hat“, weiß Evelin Voß von der Verbraucherzentrale Sachsen. „Hinter dem Hinweis auf abweichende Mobilfunkpreise verbergen sich bei Vertragshandys Preise zwischen 29 Cent (T-Mobile) und 98 Cent (O2 Germany). Hinzu kommt, dass die Mobilfunkanbieter nicht etwa pro Anruf, sondern pro Minute kassieren. Vom Prepaid-Handy aus muss man bei einigen Anbietern sogar mit mehr als einem Euro rechnen, weil zum Minutenpreis noch ein einmaliger Aufschlag pro Anruf hinzukommt.“

Noch teurer wird es bei der Teilnahme an Gewinnspielen, auf die mittlerweile viele Fernsehsender setzen. Diese werden über MABEZ-Rufnummern realisiert, die mit 0137-6,0137-7, 0137-8 oder 0137-9 beginnen und aus den deutschen Festnetzen zwischen 25 Cent und 1 Euro pro Anruf kosten. Besonders Quiz-Sender wie etwa 9Live nutzen dieses Verfahren mit den 0137-Nummern intensiv. Vom Handy aus kostet es etwa doppelt bis dreimal so viel wie aus den Festnetzen.

„Doch das weiß kaum ein Handynutzer, und die Mobilfunk-Anbieter rücken eine Auskunft darüber auch nur auf Nachfrage heraus“, bedauert Voß. „Auf ihren Internetseiten findet man die Angaben erst nach langem Suchen. Wir vermuten, dass die Mobilfunk-Anbieter diese Preise nur ungern an die ‚Große Glocke’ hängen. Sie hören lieber ihre eigene Kasse klingeln. Kein Einzelhändler kann sich erlauben, seine Preise so gut zu verstecken.“

Wer meint, dass Anrufe zu 0137er Nummern durch die gebuchte Telefonflatrate oder das Freiminutenkontingent abgedeckt sind, der irrt. Verbindungen zu Sonderrufnummern sind darin grundsätzlich nicht enthalten, sondern werden gesondert zusätzlich berechnet.

Die Verbraucherzentrale Sachsen hält für alle, die nicht lange nach den Preisen ihres Anbieters suchen wollen, in ihren Beratungsstellen gegen Erstattung der Kopierkosten eine Verbraucherinformation (3 Seiten, mit tabellarischer Übersicht) zur Abholung bereit, der zu entnehmen ist, was Anrufe zu den 0137er Nummern derzeit aus den Festnetzen und bei den verschiedenen Mobilfunkanbietern kosten. Die Übersicht steht auch auf der Website www.verbraucherzentrale-sachsen.de zum kostenlosen Download bereit.

Quelle (lifePR)

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