Recht & Polizeimeldungen

Kabel ragen aus mysteriöser Box am Fahrrad – Spezialkräfte sperren Lübecker Hauptbahnhof

Polizeiauto

Lübeck – Ein herrenloses Fahrrad mit einer ungewöhnlichen Box und herausragenden Kabeln hat am Sonntagnachmittag einen größeren Polizeieinsatz am Lübecker Hauptbahnhof ausgelöst. Die Bundespolizei sperrte den Bereich weiträumig ab und ließ Spezialkräfte anrücken. Zeitweise musste sogar der Zugverkehr auf mehreren Gleisen eingestellt werden. Nach einer Untersuchung gab es schließlich Entwarnung: Von dem Fahrrad ging keine Gefahr aus.

Der ungewöhnliche Einsatz begann am Sonntag, 27. September 2026, gegen 15.15 Uhr.

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Mitarbeiter der Deutschen Bahn entdeckten auf dem Personensteg des Lübecker Hauptbahnhofs gegenüber einer Bäckerei ein Fahrrad, das dort unerlaubt abgestellt worden war.

Doch nicht allein der Abstellort machte sie misstrauisch.

Große Box mit herausragenden Kabeln

Bei dem Fahrrad handelte es sich nach Angaben der Bundespolizei offensichtlich nicht um ein gewöhnliches E-Bike.

Trotzdem war an dem Rad eine große, akkuähnliche Box angebracht. Aus dieser ragten mehrere Kabel heraus.

Die Mitarbeiter der Bahn informierten daraufhin die Bundespolizei.

Eine Streife des Bundespolizeireviers Lübeck nahm das Fahrrad in Augenschein. Anschließend fiel die Entscheidung, Spezialkräfte der Bundespolizei hinzuzuziehen, um die Konstruktion fachlich beurteilen zu lassen.

Bahnhof teilweise abgesperrt

Bis geklärt war, was sich tatsächlich an dem Fahrrad befand, gingen die Einsatzkräfte auf Nummer sicher.

Der Bereich rund um das Rad wurde vorsorglich weiträumig abgesperrt.

Mitarbeiter der DB Sicherheit unterstützten die Bundespolizei bei den Maßnahmen.

Über Lautsprecherdurchsagen versuchten die Einsatzkräfte außerdem, den Besitzer des Fahrrads ausfindig zu machen – zunächst ohne Erfolg.

Video zeigt Besitzer auf dem Weg nach Travemünde

Die Bundespolizei wertete daraufhin Videoaufzeichnungen des Bahnhofs aus.

Darauf war ein Mann zu erkennen, der das Fahrrad zuvor an der betreffenden Stelle abgestellt hatte.

Anschließend war er nach Angaben der Bundespolizei in einen Zug in Richtung Travemünde gestiegen.

Damit war zwar nachvollziehbar, wie das Fahrrad an seinen Abstellort gelangt war. Was es mit der ungewöhnlichen Konstruktion und den herausragenden Kabeln auf sich hatte, war damit allerdings noch nicht geklärt.

Spezialkräfte durchleuchten das Fahrrad

Gegen 16.30 Uhr trafen die angeforderten Spezialkräfte der Bundespolizei ein.

Sie untersuchten das Fahrrad und durchleuchteten die daran angebrachten Gegenstände.

Für diese Untersuchung musste auch der Bahnverkehr eingeschränkt werden.

Der Zugverkehr auf den Gleisen 1 bis 5 wurde kurzfristig eingestellt.

Erst nach der Untersuchung stand fest: Von dem Fahrrad und der ungewöhnlichen Konstruktion ging keine Gefahr aus.

Offenbar selbstgebautes E-Bike

Nach Einschätzung der Bundespolizei könnte es sich bei den angebrachten Gegenständen um den Versuch eines E-Bike-Eigenbaus beziehungsweise einer E-Bike-Nachahmung gehandelt haben.

Gegen 17 Uhr konnten sämtliche Maßnahmen aufgehoben werden.

Der Personensteg wurde wieder freigegeben und auch der Zugverkehr konnte wieder regulär laufen.

Die Bundespolizei stellte das Fahrrad zunächst sicher.

Besitzer taucht schließlich doch noch auf

Nach dem Ende des eigentlichen Einsatzes konnte schließlich auch der Besitzer des Fahrrads im Bahnhof festgestellt werden.

Es handelte sich um einen 38-jährigen Deutschen.

Die Bundespolizisten erläuterten ihm, welchen Einsatz sein abgestelltes und ungewöhnlich ausgerüstetes Fahrrad ausgelöst hatte.

Nach Darstellung der Bundespolizei zeigte sich der Mann jedoch uneinsichtig.

Er durfte anschließend gehen – allerdings nicht ohne einen Hinweis der Beamten: Aufgrund des ausgelösten Einsatzes könnten möglicherweise noch Polizeikosten auf ihn zukommen.

Ob und in welcher Höhe der 38-Jährige tatsächlich Kosten tragen muss, steht damit noch nicht fest.

Quelle: Bundespolizeiinspektion Kiel, 27. September 2026

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