Die im Juli 2026 veröffentlichte VDI-Richtlinie 3810 Blatt 7 definiert erstmals klare Vorgaben für Betrieb und Instandhaltung von Grundstücksentwässerungsanlagen. Sie beschreibt die technischen und planerischen Voraussetzungen für einen reibungslosen Betrieb und richtet sich an Betreiber, Errichter und Nutzer. Für Eigentümer und Betreiber gewinnen dokumentierte Zustände, regelmäßige Wartung und ein systematischer Umgang mit Risiken an Bedeutung.
Die Richtlinie ergänzt den bestehenden rechtlichen und technischen Rahmen. Nach §§ 60 und 61 des Wasserhaushaltsgesetzes (WHG) müssen Abwasseranlagen den geltenden Anforderungen entsprechend betrieben und gewartet werden. Betreiber sind verpflichtet, Zustand, Funktion, Wartung und Betrieb zu überwachen. Die DIN 1986-3 (Stand Mai 2024) regelt zusätzlich Betrieb, Inspektion und Wartung von Entwässerungsanlagen für Gebäude und Grundstücke.
Dokumentation gewinnt an Bedeutung
Die VDI-Richtlinie 3810 Blatt 7 konkretisiert die Anforderungen weiter. Ein ordnungsgemäßer Betrieb erfordert mehr als das bloße Reagieren auf Verstopfungen, Undichtigkeiten oder Schäden. Entscheidend ist, den Zustand der Anlage zu kennen, Maßnahmen planvoll umzusetzen und alle relevanten Informationen nachvollziehbar zu dokumentieren.
Eigentümer und Betreiber müssen zunächst klären, welche Informationen über das Leitungsnetz vorliegen. Dazu gehören Bestands- und Revisionsunterlagen, Ergebnisse aus Inspektionen und Kamerabefahrungen sowie dokumentierte Schäden und durchgeführte Maßnahmen. Bei größeren oder betrieblich sensiblen Immobilien ist eine differenzierte Analyse oft unverzichtbar. Schäden an Abwasserleitungen können je nach Lage und Nutzung des betroffenen Bereichs unterschiedliche Folgen haben. Deshalb ist es wichtig, Zustand und mögliche Auswirkungen gemeinsam zu bewerten und Maßnahmen nach Dringlichkeit zu priorisieren.
Auch wenn externe Dienstleister beauftragt werden, bleiben Eigentümer in der Verantwortung. Neben der Durchführung von Inspektionen und Wartungen sind klare Zuständigkeiten und eine lückenlose Dokumentation der Arbeiten unerlässlich.
Vom Anlagenzustand zum Instandhaltungsplan
In der Praxis gilt es, vorhandene Unterlagen zu bündeln und Informationslücken zu schließen. Auf dieser Basis lassen sich Leitungsabschnitte nach Zustand und möglichen Schadenfolgen bewerten. Kamerabefahrungen liefern zusätzliche Einblicke in den baulichen Zustand.
Aus den gesammelten Informationen entsteht ein priorisierter Instandhaltungs- oder Sanierungsplan. Neben technischen Aspekten spielen wirtschaftliche Faktoren eine Rolle. Bei intensiv genutzten Gebäuden können etwa Nutzungsausfälle oder Betriebsunterbrechungen die Maßnahmenplanung beeinflussen.
rohrgroup unterstützt mit Betreiber-Check für Entwässerungsanlagen
Vor diesem Hintergrund bietet die rohrgroup den Betreiber-Check für die Entwässerungsinfrastruktur für Wohnimmobilien, Bürogebäude, Hotels, Krankenhäuser und andere gewerblich genutzte Objekte an. Das Angebot soll Eigentümer und Verwaltungen unterstützen, den vorhandenen Anlagenbestand systematisch zu erfassen und daraus erforderliche Maßnahmen abzuleiten. Der Check selbst umfasst fünf Schritte: Zunächst werden die vorhandenen Unterlagen gesichtet – Leitungspläne, Revisionsunterlagen, frühere Kamerabefahrungen und Schadenshistorien. Im zweiten Schritt wird der IST- Zustand der Leitungen durch eine optische Inspektion per Kamerabefahrung erfasst und klassifiziert. Darauf folgt die Bewertung möglicher Risiken und Schadenfolgen. Im vierten Schritt werden Maßnahmen unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten bewertet und priorisiert. Abschließend entsteht ein Sanierungsfahrplan, der die Grundlage für eine fortlaufende Dokumentation bildet.
Zeigt die Zustandsbewertung Sanierungsbedarf bei innenliegenden Abwasserleitungen, bietet die rohrgroup eine Sanierung im sogenannten pipeprinting-Verfahren an. Dabei wird neues Rohrmaterial in die bestehende Leitung eingebracht, sodass Wände und Böden unversehrt bleiben. Dieses Verfahren eignet sich auch für bewohnte oder genutzte Gebäude. Im Vergleich zum konventionellen Rohraustausch spart das Verfahren pro Meter Leitung etwa 46 Kilogramm Bauschutt und 18 Kilogramm CO₂. Für SML- und Gussleitungen verlängert sich die Nutzungsdauer um mehr als 50 Jahre.
Betreiber-Check als Einstieg in das Life Cycle Management
Der Betreiber-Check ist zugleich der Einstieg in das Life Cycle Management, mit dem die rohrgroup die Entwässerungsinfrastruktur über ihre gesamte Nutzungsdauer begleitet: Zustandstransparenz als Grundlage, eine Sanierung nur dort, wo der Zustand sie erfordert, und im Anschluss auf Wunsch ein jährliches Monitoring mit erweiterter Garantie in Ergänzung zur gesetzlichen Gewährleistung. Hinsichtlich der transparenten Erstellung einer Restfunktionszeitprognose sowie eines Restnutzungsgutachtens zur Rohrinfrastruktur arbeitet die rohrgroup dabei mit dem Ingenieurbüro INFRAFACT GmbH zusammen. Eigentümer und Verwaltungen erhalten so einen belastbaren Investitionsrahmen statt einzelner Reparaturvorgänge und eine Dokumentation, die den Zustand des Leitungsnetzes über Jahre nachvollziehbar hält. Die Leistungen lassen sich einzeln beauftragen oder in einem Rahmenvertrag bündeln.
Die rohrgroup solutions GmbH mit Sitz in Berlin ist die Franchisezentrale und Systemgeberin für nachhaltige, minimalinvasive Rohrsanierung von Abwasserrohren. Die Unternehmensgeschichte begann 2022 mit der Gründung der RG rohrgroup GmbH in Berlin. Ein Jahr später folgte die Gründung der rohrgroup (Schweiz) AG, um den Schweizer Markt aufzubauen. 2024 wurde der Standort Heppenheim eröffnet, um die Region Frankfurt am Main zu betreuen, und im selben Jahr entstand die rohrgroup solutions GmbH – als logische Weiterentwicklung und organisatorische Zentrale des Franchise-Systems. 2025 startete die Franchise-Ära: Die RG rohrgroup GmbH wurde erster Franchise-Partner, darauf folgten Standorte in München, Rheinland, Hamburg, Rhein & Neckar und kürzlich im Ruhrgebiet. Ziel der rohrgroup solutions ist es, die Rohrsanierung in Deutschland und darüber hinaus moderner, nachhaltiger und effizienter zu gestalten.
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