Dingelstädt – Mit einer perfiden Betrugsmasche haben Unbekannte eine 90 Jahre alte Frau in Thüringen um Geld gebracht. Ein angeblicher Bankmitarbeiter behauptete am Telefon, ihre Bankkarte sei abgelaufen und müsse abgeholt werden. Die Seniorin gab ihre PIN preis und übergab später einem Mann ihre Karte. Obwohl ihre Kinder schnell reagierten, war bereits Geld vom Konto abgehoben worden.
Der Vorfall ereignete sich am Freitagnachmittag (23. Oktober 2026) in Dingelstädt im Landkreis Eichsfeld. Wie die Landespolizeiinspektion Nordhausen mitteilt, erhielt die 90-Jährige zunächst einen Anruf von einem bislang unbekannten Täter.
Dieser gab vor, dass ihre Bankkarte abgelaufen sei und deshalb abgeholt werden müsse. Im Verlauf des Gesprächs gelang es dem Betrüger, die Frau zur Herausgabe ihrer persönlichen Geheimzahl (PIN) zu bewegen.
Unbekannter Mann erscheint an der Haustür
Gegen 15:30 Uhr erschien tatsächlich ein Mann an der Wohnanschrift der Seniorin, um die Bankkarte entgegenzunehmen.
Nach Angaben der Polizei trug der Unbekannte ein weißes Hemd und eine schwarze Hose.
Die 90-Jährige übergab ihm ihre Karte.
Erst nachdem sie ihre Kinder über den Vorfall informiert hatte, wurden Maßnahmen eingeleitet, um weiteren Schaden zu verhindern.
Die Angehörigen ließen die Bankkarte umgehend sperren.
Geld bereits vom Konto abgehoben
Doch die Sperrung kam offenbar zu spät, um den gesamten Schaden zu verhindern.
Nach Angaben der Sparkasse waren zu diesem Zeitpunkt bereits erste Geldabhebungen erfolgt.
Wie viel Geld die Täter erbeuteten, geht aus der Polizeimeldung nicht hervor.
Die Polizei hat Ermittlungen aufgenommen und sucht nach dem bislang unbekannten Mann, der die Karte an der Haustür entgegennahm.
Polizei warnt: Banken holen keine Karten an der Haustür ab
Die Ermittler nutzen den aktuellen Fall, um ausdrücklich vor dieser Betrugsmasche zu warnen.
Dabei versuchen Kriminelle, durch einen vermeintlich seriösen Anruf Vertrauen aufzubauen. Sie behaupten beispielsweise, eine Bankkarte sei abgelaufen oder müsse ausgetauscht werden.
Anschließend soll die Karte von einem angeblichen Mitarbeiter persönlich abgeholt werden.
Die Polizei stellt klar: Banken holen keine abgelaufenen Bankkarten an der Haustür ab.
Ebenso sollten Kunden ihre PIN niemals telefonisch oder persönlich an fremde Personen weitergeben.
Die Geheimzahl darf ausschließlich vom Karteninhaber selbst verwendet werden.
So schützen Sie sich vor falschen Bankmitarbeitern
Wer einen verdächtigen Anruf erhält, sollte das Gespräch beenden und sich selbst bei seiner Bank erkundigen. Wichtig ist, dafür eine bereits bekannte oder auf der offiziellen Bankwebsite angegebene Telefonnummer zu verwenden.
Auch wenn der Anrufer überzeugend auftritt oder behauptet, besonders schnell handeln zu müssen, sollten weder Bankdaten noch die PIN preisgegeben werden.
Ist eine Bankkarte bereits übergeben worden, muss sie umgehend gesperrt werden. Anschließend sollte die Polizei informiert werden.
Gerade ältere Menschen können gezielt von solchen Betrügern angesprochen werden. Deshalb kann es helfen, Angehörige über die Vorgehensweise zu informieren und gemeinsam über typische Warnzeichen zu sprechen.
Polizei sucht Zeugen
Die Polizeiinspektion Eichsfeld bittet um Hinweise zu dem unbekannten Mann, der am Freitagnachmittag gegen 15:30 Uhr bei der Seniorin erschien.
Der Gesuchte trug ein weißes Hemd und eine schwarze Hose.
Hinweise nimmt die Polizeiinspektion Eichsfeld unter der Telefonnummer 0361 5743 67 100 entgegen.
Dabei soll das Aktenzeichen ST/0272018/2026 angegeben werden.
Quelle: Landespolizeiinspektion Nordhausen, Pressemitteilung vom 24. Oktober 2026.
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