Recht & Polizeimeldungen

Phosphor-Bombe am Rheinufer beginnt zu brennen – Niedrigwasser legt Kampfmittel frei

Neuss. Ein ungewöhnlicher und gefährlicher Fund hat am Sonntagnachmittag einen rund dreistündigen Einsatz am Rheinufer in Neuss ausgelöst. Durch das niedrige Wasser war eine britische Brandbombe aus dem Zweiten Weltkrieg freigelegt worden. Besonders brisant: In der Bombe befand sich noch weißer Phosphor, der sich beim Kontakt mit der Luft entzündete.

Die Feuerwehr wurde zum Rheinufer im Bereich der Fleher Brücke gerufen. Dort war ein stark verrosteter Metallkörper entdeckt worden, aus dem weißer Rauch austrat und der teilweise brannte. Die Polizei war zu diesem Zeitpunkt bereits vor Ort.

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Bei der ersten Untersuchung erhärtete sich der Verdacht, dass es sich um ein Kampfmittel handeln könnte. Weil keine unmittelbare Gefahr bestand, dass sich das Feuer weiter ausbreitet, ließ die Feuerwehr den Metallkörper kontrolliert ausbrennen. Gleichzeitig wurde der Bereich abgesperrt und der Kampfmittelbeseitigungsdienst verständigt.

Rund 300 Gramm weißer Phosphor

Die Spezialisten identifizierten den Fund schließlich als eine britische Brandbombe des Typs INC 30 LB aus dem Zweiten Weltkrieg. Im vorderen Bereich dieses Bombentyps befinden sich nach Angaben der Feuerwehr rund 300 Gramm weißer Phosphor.

Durch das Niedrigwasser war der Phosphor freigelegt worden. Beim Kontakt mit der Luft entzündete er sich selbstständig. Die ursprünglich ebenfalls vorhandene Hauptbrandladung aus einem Benzin-Kautschuk-Gemisch war dagegen während der jahrzehntelangen Lagerung im Rhein bereits ausgespült worden und stellte keine weitere Gefahr dar.

Nachdem der verbliebene Phosphor vollständig ausgebrannt war, sicherte der Kampfmittelbeseitigungsdienst den Bombenkörper und transportierte ihn ab. Insgesamt dauerte der Einsatz etwa drei Stunden.

Feuerwehr warnt vor Berühren von Fundstücken

Die Feuerwehr weist angesichts des Fundes ausdrücklich darauf hin, verdächtige Gegenstände am Rheinufer keinesfalls anzufassen, zu bewegen oder selbst näher zu untersuchen.

Wer einen möglicherweise gefährlichen Gegenstand entdeckt, sollte Abstand halten, andere Menschen von der Fundstelle fernhalten und Polizei oder Feuerwehr verständigen. Ob tatsächlich ein Kampfmittel vorliegt, lässt sich häufig erst durch Fachleute des Kampfmittelbeseitigungsdienstes feststellen.

Quelle

Feuerwehr Neuss / Presseportal, 4. Oktober 2026

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