Recht & Polizeimeldungen

Gefahrstoff im Krankenhaus und Pestizid auf Frachtschiff: Feuerwehr Kiel im Großeinsatz

Polizeiauto

Kiel – Gleich zwei Gefahrstofflagen haben die Feuerwehr Kiel am Samstagabend nahezu zeitgleich beschäftigt. Im Städtischen Krankenhaus mussten Einsatzkräfte unter schwerem Atemschutz zwei verletzte Menschen aus einem Patientenzimmer retten. Fast parallel meldete die Wasserschutzpolizei einen Gefahrstoffaustritt auf einem Frachtschiff. Dort war bei der routinemäßigen Behandlung der Ladung ein Pestizid ausgetreten.

Für die Feuerwehr Kiel entwickelte sich der Samstagabend zu einem arbeitsreichen Einsatzgeschehen.

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Gegen 18.45 Uhr wurde die Leitstelle über einen Gefahrstoffunfall in einem Patientenzimmer des Städtischen Krankenhauses informiert.

Daraufhin rückten unter anderem Einsatzkräfte der Hauptfeuerwache sowie der Gefahrgutzug der Freiwilligen Feuerwehr aus.

Zwei Verletzte aus Patientenzimmer gerettet

Nach der ersten Erkundung gingen zwei Trupps unter schwerem Atemschutz in das betroffene Patientenzimmer vor.

Dort befanden sich zwei verletzte Personen.

Beide wurden von der Feuerwehr aus dem Zimmer gerettet und anschließend unmittelbar von Mitarbeitern des Krankenhauses auf anderen Stationen medizinisch versorgt.

Ein Transport durch den zusätzlich alarmierten Rettungsdienst war nicht erforderlich.

Feuerwehr führt Messungen durch

Nachdem die beiden Patienten aus dem Gefahrenbereich gebracht worden waren, führte die Feuerwehr Messungen in dem Patientenzimmer durch.

Außerdem wurde der betroffene Bereich belüftet.

Was für ein Gefahrstoff ausgetreten war und wie es dazu kam, teilte die Feuerwehr zunächst nicht mit.

Rund 35 Einsatzkräfte waren an dem Krankenhaus beteiligt.

Nach ungefähr einer Stunde konnten die letzten Feuerwehrkräfte die Einsatzstelle verlassen.

Im Umfeld des Krankenhauses kam es während des Einsatzes zu Verkehrsbehinderungen.

Gleichzeitig Gefahrstoffalarm auf Frachtschiff

Während der Einsatz im Krankenhaus noch lief, wurde die Feuerwehr bereits zu einer zweiten Gefahrstofflage gerufen.

Diesmal führte der Einsatz in den Kieler Stadtteil Friedrichsort.

Die Wasserschutzpolizei hatte einen Gefahrstoffaustritt auf einem Frachtschiff gemeldet.

Nach Angaben der Feuerwehr war es während einer routinemäßigen Behandlung der Ladung mit einem Pestizid zu dem Zwischenfall gekommen.

Das Schiff wurde zwischenzeitlich festgemacht.

Feuerwehr untersucht Frachtschiff unter Atemschutz

Einsatzkräfte betraten das Schiff unter Atemschutz und führten sowohl an Bord als auch in den Aufbauten Messungen durch.

Gleichzeitig unterstützte die Feuerwehr die Besatzung bei den Lüftungsmaßnahmen.

Die Messungen brachten schließlich eine beruhigende Nachricht.

Es konnten nur noch Restmengen des Gefahrstoffs festgestellt werden. Die gemessenen Konzentrationen lagen nach Angaben der Feuerwehr unterhalb der zulässigen Höchstwerte.

Gesamte Besatzung ärztlich untersucht

Trotzdem ging die Feuerwehr auf Nummer sicher.

Sämtliche Besatzungsmitglieder wurden vorsorglich medizinisch untersucht.

Außerdem standen ausreichend Rettungsmittel bereit, um Betroffene bei Bedarf schnell in geeignete Krankenhäuser transportieren zu können.

Das war letztlich nicht notwendig.

Nach der aktuellen Lagebewertung konnten Verletzungen oder andere Personenschäden bei der Schiffsbesatzung ausgeschlossen werden.

Die Feuerwehr führt dies auch auf das umsichtige Handeln der Besatzung zurück.

Rund 55 Feuerwehrkräfte bei beiden Einsätzen

Allein beim Einsatz auf dem Frachtschiff waren rund 20 Einsatzkräfte über mehrere Stunden gebunden.

Zusammen mit den etwa 35 Kräften am Städtischen Krankenhaus waren damit rund 55 Feuerwehrleute mit den beiden nahezu zeitgleich laufenden Gefahrstoffeinsätzen beschäftigt.

Was die jeweiligen Gefahrstoffaustritte verursacht hat und ob Sachschäden entstanden sind, ist derzeit nicht bekannt.

Die Feuerwehr macht hierzu ausdrücklich keine Angaben.

Die Untersuchungen der beiden Vorfälle liegen nun bei der Polizei beziehungsweise der Wasserschutzpolizei.

Quelle: Feuerwehr Kiel, 3. Oktober 2026

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