Morscheid – Ein ungewöhnlicher Verkehrsunfall an einer Biogasanlage in Rheinland-Pfalz hätte weitaus schlimmer enden können: Eine 68-jährige Autofahrerin fuhr mit zwei sieben und neun Jahre alten Kindern in ein bis zu 2,5 Meter tiefes Havariebecken. Während sich die Kinder aus dem bereits versunkenen Fahrzeug selbst durch ein Fenster retten konnten, saß die Fahrerin wegen ihres verklemmten Sicherheitsgurts fest. Ein Bauarbeiter sprang dem Auto hinterher und half der Frau aus dem Wagen. Alle drei blieben unverletzt.
Der Unfall ereignete sich am Mittwoch, 30. September 2026, gegen 13.30 Uhr in Morscheid.
Wegen Bauarbeiten auf der Hauptstraße in Richtung Bonerath musste die 68 Jahre alte Autofahrerin nach Angaben der Polizeidirektion Trier im Bereich einer Biogasanlage offenbar zunächst warten.
Was anschließend genau geschah, ist noch Gegenstand der Ermittlungen.
Autofahrerin fährt auf Gelände der Biogasanlage
Möglicherweise aufgrund eines Missverständnisses fuhr die Frau mit ihrem Auto auf das Privatgelände der Biogasanlage.
Dort übersah sie nach Angaben der Polizei ein etwa zwei bis 2,5 Meter tiefes Havariebecken.
Aus bislang ungeklärten Gründen fuhr die 68-Jährige anschließend ungebremst in das Becken.
Im Auto saßen neben der Fahrerin zwei Kinder im Alter von sieben und neun Jahren.
Fenster und Kofferraumklappe öffnen sich
Als das Auto in das Becken eintauchte, ereignete sich etwas, das für die Rettung der Insassen entscheidend gewesen sein dürfte:
Nach Angaben der Polizei öffneten sich sämtliche Fenster sowie die Kofferraumklappe des Fahrzeugs.
Die beiden Kinder konnten dadurch reagieren und sich selbstständig aus dem bereits versunkenen Auto retten.
Sie kletterten durch ein geöffnetes Fenster ins Freie.
Sicherheitsgurt der 68-Jährigen klemmt
Für die Fahrerin war eine selbstständige Flucht dagegen nicht möglich.
Ihr Sicherheitsgurt hatte sich verklemmt.
Ein Bauarbeiter, der den Unfall beobachtet hatte, reagierte sofort. Er sprang nach Angaben der Polizei dem Fahrzeug hinterher und half der 68-Jährigen aus dem Auto.
Durch sein schnelles Eingreifen konnte schließlich auch die Fahrerin aus ihrer gefährlichen Lage befreit werden.
Trotz des ungewöhnlichen und dramatischen Unfallverlaufs blieben sowohl die 68-Jährige als auch die beiden Kinder unverletzt.
Auto mit Kran aus Havariebecken geborgen
Für das Fahrzeug endete die Fahrt dagegen mit einem erheblichen Schaden.
Die Polizei geht von einem wirtschaftlichen Schaden in Höhe von ungefähr 10.000 Euro aus.
Um das Auto wieder aus dem Havariebecken zu bekommen, musste schließlich ein Kran eingesetzt werden.
Die Bergungs- und weiteren Arbeiten an der Unfallstelle zogen sich über mehrere Stunden hin und konnten gegen 18.30 Uhr beendet werden.
Wurde die Autofahrerin auf das Gelände geleitet?
Ein Punkt des Unfallhergangs ist noch nicht geklärt.
Die 68-Jährige gab gegenüber der Polizei an, dass sie über das Gelände der Biogasanlage geleitet worden sei.
Deshalb hält die Polizei ein Missverständnis derzeit für möglich.
Ob tatsächlich eine entsprechende Verkehrsführung bestand und wie die Frau schließlich bis zum Havariebecken gelangte, soll nun weiter geklärt werden.
Polizei sucht weitere Autofahrer als Zeugen
Die Polizeiinspektion Schweich sucht deshalb insbesondere Menschen, die sich zum Unfallzeitpunkt ebenfalls in diesem Bereich befanden.
Von besonderem Interesse sind Autofahrer, die möglicherweise ebenfalls über das Gelände der Biogasanlage geleitet wurden oder entsprechende Beobachtungen gemacht haben.
Hinweise nimmt die Polizeiinspektion Schweich unter 06502 / 91570 entgegen.
Quelle: Polizeidirektion Trier / Polizeiinspektion Schweich, 30. September 2026
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