Recht & Polizeimeldungen

Falsche Polizisten am Telefon: Betrüger erbeuten fünf- bis sechsstellige Summen

Polizeiauto

Koblenz – Ein Anruf, eine dramatische Geschichte und die Forderung nach Geld oder Wertgegenständen: Schockanrufe und sogenannte falsche Polizeibeamte beschäftigen die Ermittler weiterhin bundesweit. Nach Angaben des Polizeipräsidiums Koblenz gelingt es den Tätern immer wieder, ihre Opfer um fünf- oder sogar sechsstellige Summen zu bringen. Polizei und Südwestrundfunk widmen dem Thema nun einen zweitägigen Schwerpunkt.

Die Masche ist nicht neu – funktioniert aber offenbar weiterhin.

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Betrüger rufen ihre Opfer an und geben sich beispielsweise als Polizeibeamte aus. Anschließend konfrontieren sie die Angerufenen mit erfundenen Geschichten und versuchen, erheblichen psychischen Druck aufzubauen.

Ziel ist es, die Opfer zur Übergabe von Bargeld oder Wertgegenständen zu bewegen.

Betrüger täuschen angebliche Notlagen vor

Dabei arbeiten die Täter mit unterschiedlichen Geschichten.

Gemeinsam ist den Betrugsvarianten, dass den Betroffenen eine vermeintlich dringende Situation präsentiert wird.

Die Angerufenen sollen glauben, dass sie durch die Übergabe von Geld oder Wertgegenständen eine Notlage für sich selbst oder einen nahen Angehörigen abwenden können.

Durch den aufgebauten Zeitdruck sollen die Opfer möglichst wenig Gelegenheit bekommen, die Geschichte zu hinterfragen oder mit Angehörigen beziehungsweise der echten Polizei Rücksprache zu halten.

Fünf- und sechsstellige Summen erbeutet

Wie erfolgreich die Täter damit teilweise sind, zeigt eine aktuelle Mitteilung des Polizeipräsidiums Koblenz.

Nach Angaben der Polizei werden bei derartigen Betrugsfällen nicht selten fünf- bis sechsstellige Summen an Bargeld oder Wertgegenständen erbeutet.

Für die Betroffenen kann ein einziger Telefonanruf damit den Verlust erheblicher Teile ihrer Ersparnisse bedeuten.

Gerade die Kombination aus einer vermeintlichen Notlage, Zeitdruck und einer angeblichen staatlichen Autorität macht die Masche für viele Opfer besonders schwer durchschaubar.

Polizei und SWR machen Betrugsmaschen zum Schwerpunktthema

Um über die Vorgehensweise der Täter und Möglichkeiten der Prävention aufzuklären, arbeitet das Polizeipräsidium Koblenz nun mit dem Südwestrundfunk zusammen.

Das Thema wird Bestandteil eines zweitägigen Themenblocks.

Am Dienstag, 29. September 2026, beschäftigt sich SWR4 mit den Betrugsmaschen. Einen Tag später, am 30. September, folgt SWR1 Rheinland-Pfalz.

Dabei sollen unterschiedliche Perspektiven beleuchtet werden.

Zu Wort kommen nach Angaben der Polizei unter anderem eine Ermittlerin der Kriminalpolizei Koblenz sowie eine Kriminologin, die sich zugleich mit der Prävention solcher Straftaten beschäftigt.

Auch Menschen, die selbst Opfer entsprechender Betrugsdelikte geworden sind, sollen über ihre Erfahrungen berichten.

Misstrauen bei überraschenden Geldforderungen

Die wichtigste Gemeinsamkeit vieler Telefonbetrugsmaschen bleibt die Forderung nach Geld oder Wertgegenständen aufgrund einer plötzlich präsentierten Notlage.

Wer überraschend von einem angeblichen Polizeibeamten oder einer anderen vermeintlichen Amtsperson angerufen und zur Übergabe von Bargeld oder Wertgegenständen aufgefordert wird, sollte deshalb keinesfalls unter dem erzeugten Zeitdruck handeln.

Im Zweifel sollte das Gespräch beendet und die betreffende Behörde über eine selbst recherchierte beziehungsweise bekannte Telefonnummer kontaktiert werden.

Bei einem konkreten Betrugsversuch kann außerdem die echte Polizei verständigt werden.

Vor allem Angehörige älterer Menschen können helfen, indem sie solche Betrugsmaschen regelmäßig thematisieren. Wer die typischen Geschichten der Täter bereits kennt, kann einen entsprechenden Anruf möglicherweise schneller als Betrugsversuch erkennen.

Quelle: Polizeipräsidium Koblenz, 28. September 2026

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