Greiz – Die vermeintliche Geldanlage wirkte offenbar überzeugend: Ein 65-Jähriger investierte über Monate immer größere Summen auf einer Trading-Plattform. Auf WhatsApp bekam er regelmäßig einen angeblichen Kontostand präsentiert – und zwischendurch wurden ihm sogar kleinere Beträge tatsächlich auf sein Bankkonto ausgezahlt. Am Ende hatte der Mann rund 70.000 Euro überwiesen. Die Polizei ermittelt wegen mutmaßlichen Anlagebetrugs.
Der Fall begann bereits Ende März 2026.
Der 65-Jährige aus Greiz wollte sein Geld gewinnbringend anlegen und stieß bei einer Recherche im Internet auf eine Trading-Plattform.
Nach seinen Angaben wurde ihm dort eine deutliche Wertsteigerung seiner Investitionen in Aussicht gestellt.
Angebliche Gewinne per WhatsApp
Der Kontakt beschränkte sich nicht auf die Internetseite.
Die mutmaßlichen Betrüger kommunizierten mit dem Mann auch telefonisch und über WhatsApp.
Dort erhielt er regelmäßig Informationen über einen vermeintlichen Kontostand, der ihm offenbar eine positive Entwicklung seiner Geldanlage suggerierte.
Doch dabei blieb es nicht.
Kleinere Beträge wurden tatsächlich ausgezahlt
Besonders perfide war ein weiterer Bestandteil der Masche: Dem 65-Jährigen wurden wiederholt kleinere Geldbeträge auf sein tatsächliches Bankkonto überwiesen.
Gleichzeitig wurde er dazu bewegt, immer weiteres Geld zu investieren.
Von Ende März bis Mitte September überwies der Mann schließlich insgesamt rund 70.000 Euro auf vorgegebene Konten.
Die Polizei weist allerdings darauf hin, dass die genaue Schadenshöhe derzeit noch Gegenstand der Ermittlungen ist.
Zugriff auf Bankkonten und privaten Laptop bestätigt
Im Laufe der Zeit ging der Kontakt noch weiter.
Der Mann übersandte unter anderem Kontoauszüge und bestätigte über entsprechende Links den Zugriff auf seine Bankkonten sowie seinen privaten Laptop.
Damit verfügten die unbekannten Personen möglicherweise über weitreichende Zugriffs- und Informationsmöglichkeiten.
Forderung nach Personalausweis macht ihn misstrauisch
Erst als die mutmaßlichen Täter zusätzlich verlangten, dass der 65-Jährige seinen Personalausweis übersendet, und gleichzeitig immer aufdringlicher wurden, schöpfte er Verdacht.
Der Mann wandte sich schließlich an die Polizei.
Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen übernommen.
Wer hinter der Trading-Plattform und den Kontakten über Telefon und WhatsApp steckt und wie hoch der tatsächliche finanzielle Schaden des 65-Jährigen ist, muss nun geklärt werden.
Der Fall zeigt eine typische Gefahr unseriöser Online-Geldanlagen: Selbst kleinere tatsächliche Auszahlungen sind kein Beweis dafür, dass eine Plattform oder vermeintliche Investition seriös ist. Gerade solche Zahlungen können dazu dienen, Vertrauen aufzubauen und Betroffene zu wesentlich höheren Überweisungen zu bewegen.
Quelle: Landespolizeiinspektion Gera, 16. September 2026
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