Knapp zwei Wochen vor dem größten Ereignis im Kölner Karneval hat der Rosenmontagszug 2026 einen wichtigen Meilenstein erreicht: Zugleiter Marc Michelske präsentierte der Presse ausgewählte Persiflagenwagen des diesjährigen Zuges. Mit insgesamt 21 Wagenmotiven, die politische, gesellschaftliche und internationale Themen aufgreifen, macht der Zug bereits vor Rosenmontag von sich reden.
21 Wagen – bunt, bissig und aktuell
Die diesjährige Auswahl der Persiflagen ist so vielfältig wie das Leben selbst: 19 der Wagenentwürfe wurden bereits öffentlich vorgestellt, zwei weitere dienen als Überraschung im Zug und werden erst am Rosenmontag selbst enthüllt. Die Motive greifen regionale, nationale und globale Themen auf – von Alltagsphänomenen über politische Debatten bis hin zu internationalen Entwicklungen.
Allen Wagen gemein ist ein klarer Leitfaden: das offizielle Sessionsmotto „ALAAF – Mer dun et för Kölle“. Mit diesem Schwerpunkt würdigt das Festkomitee Kölner Karneval das Engagement der rund 200.000 Menschen, die sich ehrenamtlich im Karneval, aber auch über den Karneval hinaus in der Stadtgesellschaft engagieren.
Zugleiter Michelske betonte bei der Vorstellung, dass es nicht nur um Kritik gehen solle: „Wir wollen Vielfalt zeigen, aktuell bleiben und zugleich Wertschätzung und Dankbarkeit ausdrücken.“ Viele Motive setzen daher nicht nur ironische Akzente, sondern zeigen auch anerkennende Perspektiven.
Ehrenamt im Fokus – auch musikalisch
Der Rosenmontagszug ist eine der aufwendigsten Veranstaltungen im Kölner Karneval und lebt ganz wesentlich vom Ehrenamt. Neben den Wagen spiegelt sich diese Bedeutung auch bei der Eröffnung wider: Ein Ehrenamtschor mit etwa 250 Sängerinnen und Sängern aus mehr als 30 Chören und Veedeln, begleitet von einem rund 50-köpfigen Orchester, sorgt für einen besonderen musikalischen Start des Zuges.
Auch Studierende der Kölner Sporthochschule bringen sich ehrenamtlich in den Rosenmontagszug ein: Seit 2023 spielen sie die neuen Großfiguren „Big Jeck“, von denen es mittlerweile zehn gibt. Eine dieser Figuren greift das Thema Köln als potenzielle Olympia-City auf, passend zum Slogan „Mer dun et för Köllympia“.
Rosenmontagszug-Spange: Tradition trifft Unterstützung
Ein weiterer Karnevalsklassiker kehrt zurück: die Rosenmontagszug-Spange, mit der Jecke den Zug direkt unterstützen können. Das Design orientiert sich am bekannten Schild „D’r Zoch kütt“ und ist in verschiedenen Varianten erhältlich – klassisch, in Silber oder in Gold zu 10 €, 25 € oder 50 €. Wer seine Verbundenheit zum Rosenmontagszug zeigen möchte, kann die Spangen sowohl im Online-Shop als auch während der Karnevalszeit an mobilen Verkaufsstellen erwerben.
Finanzielle Bedeutung und Querfinanzierung des Rosenmontagszugs
Der Rosenmontagszug ist nicht nur kulturelles Highlight, sondern auch ein großer organisatorischer Aufwand: Mit geschätzten 3,5 Millionen € Kosten zählt er zu den teuersten deutschen Karnevalszügen. Die Finanzierung erfolgt über das Festkomitee, getragen durch Tribünenverkäufe, Media-Rechte, Sponsoren und eben auch durch den Verkauf der Rosenmontagszug-Spange und weiterer Sessionsartikel.